Adapter
um eine CAM Montierung auf ein CGE Stativ zu montieren
Hier
möchte
ich hier über die Entstehung eines Stativadapters
"CAM auf
CGE" berichten. Ziel ist es, eine CAM-Montierung oder kompatible wie
GP, EQ, HQ auf ein Stativ vom Typ Celestron CGE zu montieren. Am Anfang
standen eine Zeichnung wie der Adapter werden
sollte und ein Stück Aluminium.
Nach kurzer
Überlegung mit welcher Seite
angefangen werden sollte, fiel die Wahl auf die Seite mit der 61mm
durchmessenden Senkung. Da das Teil nicht in einer Aufspannung
gefertigt werden konnte, diente diese Senkung zum Umspannen. So konnten
die gegenüberliegende Planfläche, die 139mm Senkung
und die
Mantelfläche zusammen in der zweiten Aufspannung gedreht
werden.
Zuerst wurde das Stück jedoch mit einem 10mm Bohrer
längs
durchbohrt. Diese Bohrung wurde später noch mit einer Reibahle
auf
das Sollmaß von 11mm vergrößert. Damit
der Bohrer nicht schräg zur Werkstückachse
verläuft,
wurde vor dem Bohren kurz mit einem Zentrierbohrer zentriert.
Beim
Bohren war dann sofort klar, das es sich bei der Aluminiumlegierung um
AlMgSi1 handelt. Das konnte ganz einfach aus der Tatsache geschlossen
werden, dass es sich entweder um gut zerspanbares AlCuMgPb oder
eben AlMgSi1
handeln mußte - ich verwende im diesem Abmessungsbereich
normalerweise nur diese beiden Legierungen, dieses Stück war
aber
leider nicht beschriftet. AlCuMgPb besitzt
dank dem Bleigehalt eine hervorragende Zerspanbarkeit und bildet kleine
Späne, die ganz einfach weggesaugt werden
können. AlMgSi1
dagegen verhält sich gegensätzlich und bildet ewig
lange,
sehr harte Späne. Hierdurch werden schnekk Spanräume
zugesetzt und es bilden sich schnell Aufbauschneiden.
Dafür werden die Oberflächen etwas
glänzender. Das
nächste Bild zeigt die langen beim Bohren entstehenden
Späne
und mit Spänen gefüllte Spanräume. Der
Bildung von solch
langen Spänen kann entgegengewirkt werden, wenn der Vorschub
gelegentlich unterbrochen wird - dann bricht der Span. Schneidöl
bewirkt ein besseres Gleiten der Späne auf dem Werkzeug und
verringert sehr stark die Neigung zum "Anbacken" der Späne am
Werkzeug..

Nach
dem Bohren folgte das Plandrehen. Da der Sägeschnitt um ca. 2
mm
verlaufen ist, habe ich hier eine SNMG Schneidplatte vwerwendet. Diese
besitzt keinen Freiwinkel
(siehe roter Kreis im Bild) und muß deswegen schräg
zum
Werkstück stehen. Durch den fehlenden Freiwinkel ist die
Schneidplatte aber deutlich stabiler und ist somit besser für
unterbrochenen Schnitt geeignet, da sie nicht so empfindlich
für
Schläge ist wie eine Schneidplatte die durch einen Freiwinkel
eine
Schräge unter der Scheidkante besitzt. Ein weiterer Vorteil
ist
die Möglichkeit acht Schneiden an einer Platte unterbringen zu
können, da die Platte auch umgedreht verwendet werden kann,
was
mit einem Freiwinkel ja nicht möglich ist.
Durch
die stumpf ausgeführte Schneide der SNMG-Platte wird
die
Oberfläche nicht sehr glatt. Deswegen habe ich die
Planfläche
noch mit einer VCMT-Platte für Aluminium geschlichtet. Diese
ist
sehr scharf geschliffen, besitzt aber keine Spanbrecher
und somit entstehen wieder sehr lange Späne.
Um das 10er
Loch auf 61 mm erweitern zu können,
habe ich zuerst einen 32 mm Flachsenker benutzt. Das Sollamß
für die Tiefe der Senkung war 21mm, also habe ich bis ca. 20mm
gebohrt. 32 mm Durchmesser deswegen, weil dann die Bohrstange mit der
VCMT-Platte in die Senkung paßt.
Die
Senkung habe ich durch Längsdrehen
vergrößert. Hier ist
ein Längsanschlag (roter Punkt im Bild) sehr hilfreich. Wenn
der
Werkzeugschlitten (an der Position des grünen Punktes im Bild)
gegen den Anschlag fährt, wird der Vorschub automatisch
beendet.
So können sehr schnell viele Durchgänge gefahren
werden und
es wird immer am gleichen Punkt gestoppt.

Bei relativ geringer Schnittgeschwindigkeit
bilden sich lange Späne und wickeln sich um die Bohrstange
(linkes
im Bild), wogegen sich bei hoher Schnittgeschwindigkeit kurze
Späne bilden (rechtes Bild). Die Spanbildung
wird aber auch sehr stark durch den Vorschub
beeinflusst.

Dank
Digitalanzeige mit Glasmaßstäben und einem Haufen
hochwertiger Messgeräte kann ich für den Hobbybereich
sehr
genau fertigen. Meine Messgeräte überprüfe
und justiere
ich nach dem Kauf prizipiell in einem auf exakt 20 °C und
konstante
Luftfeuchte klimatisierten Raum mit Hilfe geeigneter
Prüfkörper (meist Keramikendmaße). Somit
kann ich
sicherstellen, dass ich mich jederzeit auf die Genauigkeit verlassen
kann. Wenn es mal sehr genau werden muß, müssen
natürlich die Temperaturen von Werkstück und
Messmittel gleich sein. Der Solldurchmesser der Senkung war 61
mm,
ich habe ihn aber auf 61,10 mm gedreht, da die Montierung ja nicht in
einer Presspassung sitzen soll und auch nachts ohne Probleme aufgesetzt
werden können muß.

Während der
Annäherung an die 61 mm Durchmesser wurde gleichzeitig die
Tiefe
der Senkung Richtung 21 mm gebracht. Hierzu wurde die Bohrstange
einfach bei jedem der letzten Durchgänge um ca. 0,1 mm in
Längsrichtung verstellt. Beim Erreichen des Anschlages wurde
dann
die Planfläche der Senkung überdreht und gelegentlich
die
Tiefe gemessen. Kurz vor Erreichen der 21 mm wurde der Messschieber
gegen eine Tiefenmessschraube mit einer Auflösung von 0,01 mm
getauscht. Mit letztendlich erreichten 21,05 mm (im Bild noch 20,37 mm)
für die Tiefe kann man wohl gut leben :-)

Zum Vergrößern der 10 mm Bohrung habe ich einen 10,5
mm
Bohrer und eine 11 mm Reibahle (siehe Bild) verwendet. Reibahlen haben
der Vorteil, dass die Bohrung exakt rund wird und der Durchmesser sehr
genau eingehalten wird.

Um die gegenüberliegende Planfläche und die
Mantelfläche
bearbeiten zu können, mußte das Werkstück
umgespannt
werden. Hierzu wurde die 61mm Senkung verwendet. Die Backen des
Drehfutters hinterlassen hier zwar Druckstellen, aber für
einen
Montierungsadapter ist das sicherlich akzeptabel.

Nach dem Plandrehen auf das Sollamß von 70,5 mm wurde die
Mantelfläche überdreht. Hierzu kam eine VCMT
Schneidplatte
für Aluminium zum Einsatz.

Die Senkungen auf der
zweiten Seite wurden wieder mit einem Flachsenker begonnen und mit der
bereits bekannten Bohrstange vergrößert. Das
nächste
Bild zeigt die Spanbildung bei hohem Vorschub und 2 mm Zustellung. So
bricht auch AlMgSi1 in sehr kleine Späne, jedoch entstehen
auch
hohe Schnittkräfte.

Nachdem die beiden
Senkungen auf Sollamß gebracht wurden, wurden auf der
Mantelfläche die Positionen für die drei um
120°
versetzten Bohrungen angebracht. Hierzu wurde der Umfang ausgerechnet
und durch drei geteilt. Dann wurde dieses Maß auf einen
Papierstreifen übertragen und auf das Werkstück
geklebt. Nun
konnten mit einer Bohrmaschine eingebracht werden. Sicher nicht die
genauste Methode, aber so ist es möglich auch ohne Teilapparat
zu
arbeiten ...

Da auch die
Bohrmaschine über eine Digitale Positionsanzeige
verfügt, war
es kein Problem die Lochkreise in den Planflächen zu
erstellen.
Der Adapter wurde in einem 3-Backenfutter auf dem Kreuztisch der
Bohrmaschine ausgerichtet und festgespannt. Ein Gewindeschneidfutter
mit einstellbarer Rutschkupplung und Längenausgleich stellte
sicher, dass der Gewindebohrer nicht zu stark belastet wird. Die
Verwendung von Schneidöl beim Gewindeschneiden dürfte
wohl
selbstverständlich sein.

Und so
sieht er nun aus, der fertige Adapter ...
