Hier geht es um einen 2" OAZ, der bearbeitet werden sollte. 2" enstspricht rechnerisch 50,80 mm. Viele 2" Okulare und Adapter haben einen Außendurchmesser von 50,75 mm, so auch dieser Problemfall (Kameraadapter).

Durch den zu großen Innendurchmesser von 50,90 mm bis 50,94 mm kam es wegen der Adapterlänge zu einem recht starken Verkippen der Kamera. Die Lösungsidee für dieses Problem war weiter hinten im Rohr, wo der Durchmesser etwas kleiner als 2" ist, auf 50,76mm zu erweitern, da das was rein soll einen Durchmesser von 50,75 mm hat. Zusätzlich sollte der schon vorhandene Klemmring verbreitert werden.

Da ich zu Hause (noch) keine Dreipunktmeßschrauben habe, habe ich zuerst ein Stück Rundstahl leicht konisch auf 50,73 bis 50,77mm gedreht und auf eine M12 Schraube geschraubt. Mit diesem Teil habe ich später überprüft, wann das Sollmaß erreicht war.

 

 

 

Nun erstmal das OAZ Rohr einspannen. Da es sich um eine geringe Bearbeitung handelt, habe ich auf eine Lünette verzichtet. Mit der Meßuhr habe ich den Rundlauffehler bestimmt und durch etwas Fummelei beim Einspannen auf ca. 0,02 mm verringert. Um Runlauffehler zu korrigieren, lege ich an den entsprechenden Stellen zwischen Werkstück und Spannbacke z.B. Papier, Fühlerlehrenblech oder Ähnliches unter. Bei Papier kommt es etwas auf die Sorte an - durch ganz dünnes Papier drücken sich die Spannbacken sofort durch.

 

 

 
Für die Bearbeitung habe ich eine VCGT110202 Schneidplatte für Aluminium gewählt.

 

 

 
Da die zu bearbeitende Stelle "etwas" schlecht einsehbar war, habe ich die Schneide bis kurz vor das Material gefahren und mich dann vorsichtig in 0,1mm Schritten herangetastet. Als der Drehmeißel den ersten Span abgenommen hatte, habe ich in 0,05mm Schritten zugestellt. Nach jedem Durchgang habe ich mit dem zuvor gefertigten Testkörper überprüft, ob der Durchmesser schon groß genug ist. Zu letzt habe ich noch etwas weniger zugestellt und solange Material abgedreht, bis die 50,73mm Seite problemlos "reingerutscht" ist und die 50,77mm Seite geklemmt hat. Damit dürfte das Sollmaß recht genau getroffen sein.


 


Danach sollte diese Vertiefung für den Klemmring verbreitert werden und ein neuer Klemmring aus Messing gedreht werden:


 

 
Auf die Herstellung des Klemmringes möchte ich im Moment noch nicht eingehen, da ich mich grade darüber ärgere mich beim Ablesen der Bügelmeßschraube um einen Teilstrich verguckt zu haben. Deswegen ist die Wandstärke des Ringes 0,5mm unter Sollmaß - ARGH. War ja klar, dass dabei mein letztes Stück Messing mit passendem Durchmesser verbraucht wurde. Falls sich dieser Klemmring als ungeeignet erweisen sollte, werde ich die Herstellung des neuen Teils natürlich noch beschreiben. So sieht das Ergebnis mit zu dünnem Ring aus: