Hier möchten wir kurz über die Entstehung eines großen Gegengewichtes berichten. Vielleicht können das ja auch einige von Euch gebrauchen um selbst welche zu drehen. Wir haben bewusst nicht jeden einzelnen Schritt fotografiert, um den Bericht nicht zu lang zu machen. Wenn Fragen auftauchen - einfach fragen. Wenn jemand GG braucht und keine Möglichkeit hat, sich selber eins zu machen - auch einfach fragen. Geholfen wird immer gerne!

Der große Bruder des kleinen Gegengewichtes hat ein Gewicht von knapp 12kg. Der Rohling war eine leider deutlich zu dicke Scheibe offenbar freiformgeschmiedeter St52 mit einem leider auch viel zu großen Durchmesser von ca. 205mm. Da mir nicht immer Material zur Verfügung steht das möglichst nahe an den Fertigmaßen liegt, sind bei diesem Gewicht etwa 5kg Späne zusammengekommen.

Falls jemand von Euch mal vor ähnlicher Herausforderung steht, hier ein kurzer Bericht wie das Gewicht entstanden ist: 

Zuerst wurde der Rohling eingespannt, wobei mit dem Reitstock gegengehalten wurde. Dadurch liegt das Stück an allen drei Punkten an und kann auch nicht aus Versehen aus dem Futter fallen (17kg mit einer Hand halten kann auf Dauer etwas schwer werden). 


 



Der zweite Schritt war soweit wie möglich rund drehen. Für den unterbrochenen Schnitt wurde eine DNMG150616 Schneidplatte genommen. Da diese Platte bei kontinuierlichem Schnitt allerdings den Fließspan des Grauens produziert, ging es mit einer SNMG120404 Platte weiter. So entstanden schöne kleine Späne, dich sich leicht entsorgen lassen. Die große Gefahr bei langen Fließspänen ist, dass neben den sehr scharfen Kanten (fast wie eine Rasierklinge) die Gefahr des Aufwickelns am Futter besteht und der Span dann wild durch die Gegend geschleudert wird. Dann sollte man besser möglichst nicht im Weg stehen.


 



Nach dem Bohren des 18,5mm Loches wurde Plangedreht. Für den unterbrochenen Schnitt habe ich eine DNMG150612 Platte genommen, für den kontinuierlichen Schnitt wieder die SNMG120404. 


       


Das letzte Schlichten war aufgrund der hohen Durchmesserdifferenz und der eingeschränkten Möglichkeiten der Maschine mit normalen Hartmetallplatten nicht zu machen. Da die Maschine keine stufenlose Drehzahlregelung hat, lagen die Schnittgeschwindigkeiten zwischen 330 und 35 m/min. Für Hartmetall teilweise alles andere als optimal. HSS Stähle hätten wohl auch versagt. Die etwas überraschende Lösung war eine CBN Platte vom Typ DCMW110408, Schneidstoff BX480. Eigentlich wird mit CBN nur gehärteter Stahl gedreht. Erstaunlicherweise hat die Platte über den gesamten Bereich eine richtig schön glatte Oberfläche produziert.





Nach dem Schlichten der Planfläche und der Mantelfläche bis zur Mitte der angestrebten Dicke wurde das Gewicht umgedreht eingespannt und wieder wie weiter oben beschrieben bearbeitet. Da wegen dem Umdrehen die Mantelfläche nur jeweils bis zur Mitte auf Fertigdurchmesser gedreht wurde, wurde am "Treffpunkt" eine Kerbe eingebracht. Somit ist der kleine Absatz weg und es sieht auch noch brauchbar aus. Die Alternative wäre wie bei dem Kleinen Gewicht ein Aufspannen auf einen Dorn. Das sollte aber aufgrund des hohen Gewichtes lieber vermieden werden. 

Nun folgten die bereits beim kleinen Gewicht beschriebenen Schritte für die Klemmung. Hier wurde eine M12 Schraube und ein 8/10mm Klemmstift verbaut. Auf den ersten Blick sieht die Schraube etwas groß aus, liegt aber sehr gut in der Hand. Bei einem Gewicht von 12kg ist das deutlich besser, als die kleine M8 Schraube.