Zuerst steht
natürlich das Einspannen an. Da die Fläche auf der
die
Montierung sitzt schon
rechtwinklig zur Bohrung verlief stellte das
erwartungsgemäß
kein Problem dar.
Ich habe hier Backen verwendet, bei denen der größte
Durchmesser des Flansches
noch über das Futter hinaus steht. So können in einer
Aufspannung alle drei im
Bild markierten Flächen bearbeitet werden. Dabei ist es egal,
ob
zuerst die
Längsfläche oder die rechte Planfläche
bearbeitet wird.
Nur die linke
Planfläche sollte ganz zum Schluß dran kommen, da
die
Geometrie der verwendeten
VCMT160404 Schneidplatte dafür günstig steht. Wenn
zuerst die
Längsfläche auf
den Solldurchmesser gedreht wird, kann der Drehmeißel danach
ganz
einfach an
der linken Planfläche zurückgezogen werden. Dabei
wird diese
Fläche dann leicht
überdreht und exakt rechtwinklig zur
Längsfläche.

Nun habe ich
den
Bettschlitten so weit nach links verfahren, bis die Spitze des
Drehmeißels dort
stand, wo die Bearbeitung enden sollte. Meine Drehe besitzt einen
verstellbaren
Anschlag (im Bild markiert), der ganz einfach an der Stelle
festgeklemmt wurde
wo sich nun der Bettschlitten befindet.
Der
Große Vorteil
eines solchen Anschlages bzw. der Möglichkeit ihn einzusetzen
ist,
dass der
Vorschub nicht manuell beendet werden muß. Sobald der
Bettschlitten beim Drehen
gegen den Anschlag fährt, löst eine Fallschnecke aus
und der
Vorschub endet. So
kann zum Einen ein Bearbeitungsendpunkt präzise festgelegt
werden
und zum
Anderen eine Beschädigung des Werkzeuges durch Unachtsamkeit
vermieden werden.

Nun habe ich
einfach etwas zugestellt und die Längsfläche
überdreht.
Danach den Durchmesser
gemessen und in die Digitalanzeige eingegeben. Dadurch brauchte ich bis
zum
Solldurchmesser nicht mehr messen ob's paßt - einfach
Abdrehen
bis der Sollwert
angezeigt wird und der paßt auch.

Da bei gut
zerpanbarem Alu hohe Zustellungen möglich sind, hat die
Bearbeitung auch nicht
lange gedauert. Hier ein Bild mit 5mm Spantiefe:


Ein paar Tage
später ging es weiter mit dem Flansch - denn was
nützt ein
Flansch im Rohr wenn
er nicht festgeschraubt werden kann?

Aber was tun,
wenn man grade nix zum Messen der 120° Winkel da hat? Bei
dieser
Aufgabenstellung kommt es ja nicht auf einen halben Millimeter an ...
Ich habe
dafür den Umfang ausgerechnet (Durchmesser * Pi) und durch
drei
geteilt. Das so
erhaltene Maß habe ich gerundet und mit dem Lineal drei mal
hintereinander auf
ein Blatt Papier aufgetragen. Nun habe ich mir einen Abstand
ausgedacht, den
die Schrauben zum Rohrende haben sollen und habe das Papier
rechtwinklig an das
Rohr geklebt:

Um das Rohr
gewickelt ist schön zu sehen ob der rechte Winkel getroffen
wurde.
Nachdem mit
Hilfe einer ins Bohrfutter eingespannten Messuhr der höchste
Punkt
ermittelt
wurde, habe ich an einer markierten Stelle zuerst mit dem
Zentrierbohrer kurz
angebohrt und dann mit einem 8,5mm Bohrer das erste Loch gebohrt:

Nachdem ich so
alle drei Löcher gebohrt hatte, habe ich den Flansch in das
Rohr
gesteckt, kurz
mit Hilfe des 8,5mm Bohrers ausgerichtet und mit 6,8mm das Kernloch
für das
erste M8 Gewinde gebohrt. Nachdem das erste Gewinde geschnitten war,
habe ich
den Flansch festgeschraubt und nach gleichem Prinzip die anderen zwei
Gewinde
erstellt.
